Der Erbdrostenhof an der Salzstraße in Münster zählt zu den eindrucksvollsten Gebäuden der Stadt. Besonders überraschend wirkt seine Lage: Das Adelspalais steht in der Salzstraße, einer eher modernen Einkaufsstraße in der Innenstadt, die auf den ersten Blick wenig Historisches vermuten lässt.
Vom Bahnhof und vom Prinzipalmarkt aus erreicht ihr den Erbdrostenhof in wenigen Gehminuten. Seinen Namen erhielt das Gebäude, weil es für den Erbdrosten Adolph Heidenreich Freiherr Droste zu Vischering errichtet wurde. Der Name Vischering ist vielen Menschen vertraut, da die gleichnamige Burg in Lüdinghausen ein beliebtes Ausflugsziel ist. Als Wasserburg bietet sie einen charakteristischen Anblick, der viele Besucher anzieht. Doch zurück zum Erbdrostenhof.
Im Folgenden erfahrt ihr mehr über das Erscheinungsbild, die Geschichte und den Baumeister, nach dessen Plänen das Gebäude gestaltet wurde.
Der Erbdrostenhof an der Salzstraße in Münster
Der Erbdrostenhof steht an einer Stelle, an der die Salzstraße von einer kleineren Straße gekreuzt wird. Die Anlage besitzt eine dreiflügelige Form und öffnet sich als Eckgebäude zur Straßenkreuzung hin. Eine kunstvoll gestaltete Einfriedung aus Mauerwerk und filigranem Gitterwerk umgibt das Gebäude. Schon auf den ersten Blick zeigt sich seine barocke Gestaltung, die Kenner sofort erkennen.
Die Pläne stammen von Johann Conrad Schlaun, einem der bedeutendsten Barockbaumeister Westfalens. Nach ihm ist nicht nur ein Gymnasium benannt; er prägte mit seinen Bauwerken das Stadtbild Münsters nachhaltig. Zu seinen bekanntesten Werken zählt das Schloss von Münster, das ebenfalls im Barockstil gestaltet ist.
Auch die Clemenskirche in Münster gehört zu seinen Arbeiten. Sie beeindruckt mit einem aufwendig gestalteten Innenraum und kunstvollen Deckenmalereien. Die Kirche liegt nur wenige Schritte vom Erbdrostenhof entfernt und lässt sich hervorragend in einen Stadtrundgang integrieren.


Die Geschichte des Erbdrostenhofes
Mehr als ein Jahrhundert nach seiner Erbauung wurde im Erbdrostenhof Maria Gräfin Droste zu Vischering geboren, eine Nonne, die in religiösen Kreisen große Bekanntheit erlangte. Für die Geschichte des Gebäudes selbst spielte jedoch ein anderes Ereignis eine wesentlich größere Rolle.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Erbdrostenhof schwer beschädigt. Das Adelspalais musste vollständig wiederaufgebaut werden, bevor es seine heutige Form zurückerhielt. Dieses Engagement prägt das Gebäude bis heute und macht es zu einem Ort, den die Münsteraner und zahlreiche Besucher der Stadt sehr schätzen.