Der Westfälische Kunstverein wurde 1831 gegründet und zählt zu den ältesten Kunstvereinen Deutschlands. Er genießt internationales Renommee und fördert bis heute junge Gegenwartskunst. Spätestens seit der Nachkriegszeit hat der Kunstverein eine zentrale Rolle in der Nachwuchsförderung der internationalen bildenden Kunst in Münster übernommen. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, die später internationale Anerkennung erhielten, wurden hier erstmals einem größeren Publikum vorgestellt. Seit 1908 besteht eine enge Verbindung zum Landesmuseum; seit 2013 befindet sich der Kunstverein im Erdgeschoss des Museumsneubaus an der Rothenburg.
Adresse:
Rothenburg 30
48143 Münster
Öffnungszeiten:
Di bis So
11:00 bis 19:00 Uhr
Karfreitag geschlossen
Anfahrt ÖPNV:
Linie 1, Linie 2, Linie 10,
Linie 11, Linie 12, Linie 13,
Linie 14, Linie 22
RADAR im Westfälischen Kunstverein Münster
Seit 2015 präsentieren das LWL-Museum für Kunst und Kultur und der Westfälische Kunstverein gemeinsam aktuelle Positionen junger Künstlerinnen und Künstler. Der Name der Ausstellungsreihe „RADAR“ verweist auf die Beobachtung neuer künstlerischer Entwicklungen. Die gezeigten Werke geben Einblicke in gegenwärtige Arbeits- und Interessensfelder, ohne ein abgeschlossenes Gesamtwerk abzubilden. Experimentieren, Scheitern und Erproben sind zentrale Bestandteile dieses kooperativen Konzepts.
Der RADAR-Raum vermittelt räumlich, konzeptuell und inhaltlich zwischen beiden Institutionen und ist während der Ausstellungen über den Kunstverein zugänglich. Der Raum dient nicht nur als Schaufenster, sondern kann von innen wie außen betrachtet werden. Der Eintritt ist frei.
Sammlung des Westfälischen Kunstvereins
Während sich die Ausstellungspraxis des Westfälischen Kunstvereins ganz der internationalen zeitgenössischen Kunst widmet, liegt der Schwerpunkt seiner eigenen Sammlung auf altwestfälischer Malerei des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Zu den bedeutenden Werken zählen unter anderem das Soester Antependium, eines der ältesten erhaltenen Tafelbilder nördlich der Alpen, sowie Werke von Albrecht Dürer, Lucas Cranach d.Ä., Paula Modersohn-Becker, Josef Albers, Sigmar Polke und Hanne Darboven.
Die Sammlung umfasst mehr als 2.400 Werke und ist als Dauerleihgabe im benachbarten LWL-Museum für Kunst und Kultur untergebracht, wo sie in der Dauerausstellung sowie in wechselnden Präsentationen gezeigt wird. Der Westfälische Kunstverein ist damit der größte Leihgeber des Museums. Die Sammlung wird kontinuierlich durch Schenkungen und Jahresgaben ergänzt.
Mitglieder des Kunstvereins erhalten freien Eintritt in das Museum.
Jahresgaben
Jahresgaben sind ein besonderes Merkmal vieler Kunstvereine. Künstlerinnen und Künstler erstellen hierfür Editionen oder Unikate, die den Mitgliedern des Westfälischen Kunstvereins zum Jahresende exklusiv zum Kauf angeboten werden. Mit dem Erwerb unterstützen Mitglieder sowohl den Kunstverein als auch die beteiligten Kunstschaffenden.
Diese Tradition besteht bereits seit 1840 und umfasst heute zahlreiche Arbeiten mit Bezug zum Kunstverein, zu Projekten oder zur Stadt Münster.
Jazzreihe
Die Jazzreihe des Westfälischen Kunstvereins besteht seit dem Ende der 1960er-Jahre. Musikerinnen und Musiker aus aller Welt treten auf Einladung des Vereins in Münster auf. Früher fanden die Konzerte im Foyer des alten Landesmuseums am Domplatz statt, heute im Auditorium des LWL-Museums für Kunst und Kultur oder in den eigenen Ausstellungsräumen an der Rothenburg.
FILMCLUB Münster
Der filmclub münster gehört zu den ältesten noch bestehenden Filmclubs Deutschlands. Er wurde im Juni 1948 im Umfeld der Universität Münster (ehemals Westfälische Wilhelms-Universität) gegründet, um den kulturellen Film zu fördern und eine Alternative zum kommerziellen Filmangebot zu schaffen.
Seit 1974 ist der Westfälische Kunstverein Träger des filmclubs. Weitere Träger sind die Filmwerkstatt Münster, die Münsterschen Filmtheater-Betriebe sowie Burg Hülshoff – Center for Literature.
Die Geschichte des Westfälischen Kunstvereins
In seiner fast 200-jährigen Existenz genießt der Westfälische Kunstverein heute trotz einiger geschichtlicher Rückschläge internationales Ansehen.
| 1831 | Gründung des Westfälischen Kunstvereins Münster mit dem Hauptziel den Kunstbesitz aus aufgelösten Kirchen und Klöstern der Provinz zu erhalten |
| 1832 | Erste Ausstellung mit mehr als 200 Werken in der Aula der Königlichen Theologischen und Philosophischen Akademie |
| 1908 | Erste Kooperation mit dem Westfälischen Landesmuseum und Umzug in den damaligen Neubau des Museums |
| 1917 | Einstellung aller Aktivitäten und Zwangsversteigerung des Kunstbesitzes, verschuldet durch den 1. Weltkrieg; anschließend finanzielle Not und abnehmende Mitgliederzahlen |
| Ab 1933 | Strenge Ausstellungsvorgaben und -verbote durch die NSDAP |
| 1944 | Weitgehende Zerstörung des Museums und Einstellung aller Aktivitäten verschuldet durch den 2. Weltkrieg |
| 1946 | Wiederaufnahme der Vereinstätigkeiten mit modernerer Ausrichtung |
| Ab 1960er | Neuer Schwerpunkt auf gegenwartsbezogene Kunst |
| 1972 | Erste eigene Ausstellungsräume im Westfälischen Landesmuseum und zunehmende Mitgliederzahlen ab den 1970er Jahren |
| Ab 2009 | Mobiles Programm über vier Jahre aufgrund des Abrisses und anschließenden Neubaus des Westfälischen Landesmuseums |
| Seit 2013 | Bezug der neuen Räumlichkeiten des LWL-Museums an der Rothenburg |
Ausgezeichnet mit dem ADKV-ART COLOGNE Preis
Im Jahr 2008 erhielt der Westfälische Kunstverein den ADKV-ART COLOGNE Preis für Kunstvereine, der besonders innovative Ausstellungspraktiken sowie herausragende Kunstvermittlungsarbeit würdigt. Die Jury hob dabei insbesondere die starke regionale Verankerung des Kunstvereins hervor, die zugleich mit internationaler Aufmerksamkeit einhergeht.
Zu den weiteren Preisträgern gehören inzwischen zahlreiche Kunstvereine – zuletzt die Temporary Gallery in Köln (2018) sowie der HartWareMedienKunstVerein in Dortmund (2017).