Westfälischer Kunstverein

Hildegard Flecht

2. Dezember 2025

Der Westfälische Kunstverein wurde 1831 gegründet und zählt zu den ältesten Kunstvereinen Deutschlands. Er genießt internationales Renommee und fördert bis heute junge Gegenwartskunst. Spätestens seit der Nachkriegszeit hat der Kunstverein eine zentrale Rolle in der Nachwuchsförderung der internationalen bildenden Kunst in Münster übernommen. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, die später internationale Anerkennung erhielten, wurden hier erstmals einem größeren Publikum vorgestellt. Seit 1908 besteht eine enge Verbindung zum Landesmuseum; seit 2013 befindet sich der Kunstverein im Erdgeschoss des Museumsneubaus an der Rothenburg.

Adresse:
Rothenburg 30
48143 Münster

Öffnungszeiten:
Di bis So
11:00 bis 19:00 Uhr

Karfreitag geschlossen

Anfahrt ÖPNV:
Linie 1, Linie 2, Linie 10,
Linie 11, Linie 12, Linie 13,
Linie 14, Linie 22

RADAR im Westfälischen Kunstverein Münster

Seit 2015 präsentieren das LWL-Museum für Kunst und Kultur und der Westfälische Kunstverein gemeinsam aktuelle Positionen junger Künstlerinnen und Künstler. Der Name der Ausstellungsreihe „RADAR“ verweist auf die Beobachtung neuer künstlerischer Entwicklungen. Die gezeigten Werke geben Einblicke in gegenwärtige Arbeits- und Interessensfelder, ohne ein abgeschlossenes Gesamtwerk abzubilden. Experimentieren, Scheitern und Erproben sind zentrale Bestandteile dieses kooperativen Konzepts.

Der RADAR-Raum vermittelt räumlich, konzeptuell und inhaltlich zwischen beiden Institutionen und ist während der Ausstellungen über den Kunstverein zugänglich. Der Raum dient nicht nur als Schaufenster, sondern kann von innen wie außen betrachtet werden. Der Eintritt ist frei.

Sammlung des Westfälischen Kunstvereins

Während sich die Ausstellungspraxis des Westfälischen Kunstvereins ganz der internationalen zeitgenössischen Kunst widmet, liegt der Schwerpunkt seiner eigenen Sammlung auf altwestfälischer Malerei des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Zu den bedeutenden Werken zählen unter anderem das Soester Antependium, eines der ältesten erhaltenen Tafelbilder nördlich der Alpen, sowie Werke von Albrecht Dürer, Lucas Cranach d.Ä., Paula Modersohn-Becker, Josef Albers, Sigmar Polke und Hanne Darboven.

Die Sammlung umfasst mehr als 2.400 Werke und ist als Dauerleihgabe im benachbarten LWL-Museum für Kunst und Kultur untergebracht, wo sie in der Dauerausstellung sowie in wechselnden Präsentationen gezeigt wird. Der Westfälische Kunstverein ist damit der größte Leihgeber des Museums. Die Sammlung wird kontinuierlich durch Schenkungen und Jahresgaben ergänzt.
Mitglieder des Kunstvereins erhalten freien Eintritt in das Museum.

Jahresgaben

Jahresgaben sind ein besonderes Merkmal vieler Kunstvereine. Künstlerinnen und Künstler erstellen hierfür Editionen oder Unikate, die den Mitgliedern des Westfälischen Kunstvereins zum Jahresende exklusiv zum Kauf angeboten werden. Mit dem Erwerb unterstützen Mitglieder sowohl den Kunstverein als auch die beteiligten Kunstschaffenden.

Diese Tradition besteht bereits seit 1840 und umfasst heute zahlreiche Arbeiten mit Bezug zum Kunstverein, zu Projekten oder zur Stadt Münster.

Jazzreihe

Die Jazzreihe des Westfälischen Kunstvereins besteht seit dem Ende der 1960er-Jahre. Musikerinnen und Musiker aus aller Welt treten auf Einladung des Vereins in Münster auf. Früher fanden die Konzerte im Foyer des alten Landesmuseums am Domplatz statt, heute im Auditorium des LWL-Museums für Kunst und Kultur oder in den eigenen Ausstellungsräumen an der Rothenburg.

FILMCLUB Münster

Der filmclub münster gehört zu den ältesten noch bestehenden Filmclubs Deutschlands. Er wurde im Juni 1948 im Umfeld der Universität Münster (ehemals Westfälische Wilhelms-Universität) gegründet, um den kulturellen Film zu fördern und eine Alternative zum kommerziellen Filmangebot zu schaffen.
Seit 1974 ist der Westfälische Kunstverein Träger des filmclubs. Weitere Träger sind die Filmwerkstatt Münster, die Münsterschen Filmtheater-Betriebe sowie Burg Hülshoff – Center for Literature.

Die Geschichte des Westfälischen Kunstvereins

In seiner fast 200-jährigen Existenz genießt der Westfälische Kunstverein heute trotz einiger geschichtlicher Rückschläge internationales Ansehen.

1831Gründung des Westfälischen Kunstvereins Münster mit dem Hauptziel den Kunstbesitz aus aufgelösten Kirchen und Klöstern der Provinz zu erhalten
1832Erste Ausstellung mit mehr als 200 Werken in der Aula der Königlichen Theologischen und Philosophischen Akademie
1908Erste Kooperation mit dem Westfälischen Landesmuseum und Umzug in den damaligen Neubau des Museums
1917Einstellung aller Aktivitäten und Zwangsversteigerung des Kunstbesitzes, verschuldet durch den
1. Weltkrieg; anschließend finanzielle Not und abnehmende Mitgliederzahlen
Ab 1933Strenge Ausstellungsvorgaben und -verbote durch die NSDAP
1944Weitgehende Zerstörung des Museums und Einstellung aller Aktivitäten verschuldet durch den
2. Weltkrieg
1946Wiederaufnahme der Vereinstätigkeiten mit modernerer Ausrichtung
Ab 1960erNeuer Schwerpunkt auf gegenwartsbezogene Kunst
1972Erste eigene Ausstellungsräume im Westfälischen Landesmuseum und zunehmende Mitgliederzahlen ab den 1970er Jahren
Ab 2009Mobiles Programm über vier Jahre aufgrund des Abrisses und anschließenden Neubaus des Westfälischen Landesmuseums
Seit 2013Bezug der neuen Räumlichkeiten des LWL-Museums an der Rothenburg

Ausgezeichnet mit dem ADKV-ART COLOGNE Preis

Im Jahr 2008 erhielt der Westfälische Kunstverein den ADKV-ART COLOGNE Preis für Kunstvereine, der besonders innovative Ausstellungspraktiken sowie herausragende Kunstvermittlungsarbeit würdigt. Die Jury hob dabei insbesondere die starke regionale Verankerung des Kunstvereins hervor, die zugleich mit internationaler Aufmerksamkeit einhergeht.

Zu den weiteren Preisträgern gehören inzwischen zahlreiche Kunstvereine – zuletzt die Temporary Gallery in Köln (2018) sowie der HartWareMedienKunstVerein in Dortmund (2017).

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